Eine kleine Abhandlung über das Brennholz

Kennt ihr die hohe Wissenschaft der Bäume Geist, des Holzes Kraft?
Dann lasst uns setzen ums Lagerfeuer und preisen die Hölzer, die uns so teuer.

Das Buchenholz brennt hell und rein, doch muss ein Jahr verstrichen sein,
seit man im Wald den Baum gefällt, zersägt und mit dem Beil gespellt.

Noch länger braucht ein Fichtenscheit an Zeit bevor es brennbereit.

Allein der Hölzer Königin, gleichviel, ob trocken oder grün,
das ist die Esche, denn ich weiß, sie brennt geduldig, hell und heiß.

Das Birkenholz brennt auf der Stell, sein heller Geist verzehrt sich schnell,
bald sinkt die Flamme über’m Rost und dunkelt hin und sie verglost.

Von der Kastanie meinen sie, dass sie zur höchsten Glut gedieh,
wär nur die Zeit gehörig lang, seit sie gefällt darniedersank.

Allein der rechten Flammenspeis, dem Eschenholz sei Lob und Preis.
Gleich viel Lob, trocken oder grün, es ist der Hölzer Königin.

Das Pappelholz mit bittrem Rauch, reizt den Halt, die Augen auch.

Wie modrig Holz die Ulme brennt, gehemmt vom fremden Element.
Selbst ihre Flamme phosphorhaft, scheint taub und kalt, ohn’ Geisteskraft.

Kein Holzscheit sich vergleichen kann, mit meiner Esche, schau dir’s an!
Für eine Köchin Gelass, ein festlich Feuer wäre das.
So hell wie heiß und abendlang, mit Flammenknacken und Gesang.

Vom Apfelbaum das kleinste Scheit, erfüllt mit Duft die Räume weit.
Geht auch der Winter ins Gericht, du schließt den Blick und siehst ihn nicht.

Das Holz vom Hagedorn beschafft, durchsüßt geheim des Brotes Kraft.

Doch nur das Eschenholz ist wert, daß es der Großmacht nähet.
Und aller Geister Herrlichkeit, aufopfernd seine Scheite weiht.
Es bleibt, ob trocken oder grün, mir Holz der Hölzer im Kamin.


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